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Geschichte des Vereins

Der dramatische Wandel im Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung hat Konsequenzen für uns alle. Wir haben dies als Ausgangspunkt unserer Aktivitäten genommen und den Verein ALTERnativ - Netzwerk älterwerdender Menschen Sachsen e.V. gegründet. Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die Entwicklung der Seniorenbegleitung in Sachsen.

 


Wandel in der Bevölkerungsentwicklung

  Grafik zum Verhältnis Senioren und finanzierende Bevölkerung In wenigen Jahren werden die Deutschen das älteste Volk der Welt sein. In Zahlen ausgedrückt sieht dies wie folgt aus: Wenn man die Zahl der Bürger, deren Lebensalter über dem tatsächlichen Renteneintrittsalter von 60 Jahren * ) liegt, vergleicht mit den 20- bis unter 60-jährigen, so ergibt sich der sogenannte Altenquotient. Nach dem Demographie-Monitor der Bertelsmannstiftung betrug er im Jahr 2004 für Deutschland 45,48 und für Sachsen 53,23. Das bedeutet, dass in Deutschland auf etwas mehr als zwei Bürger zwischen 20 und unter 60 Jahren bereits ein Senior über 60 Jahre kommt. In Sachsen ist der Anteil der Senioren sogar noch größer. Hier kommt - statistisch gesehen - bereits auf weniger als zwei Bürger zwischen 20 und unter 60 Jahren ein Senior.

Der Anteil der Senioren hat sich dabei seit 1991 erhöht. Bundesweit stieg der Altenquotient von ca. 35,5 auf die besagten 45,48. In Sachsen hat er sich von 40,61 auf 53,23 erhöht.

Die rasche Zunahme des Durchschnittsalters der Bevölkerung bringt den Sozialstaat zunehmend in Schieflage. Denn der jüngere Teil der Bevölkerung trägt wirtschaftlich den älteren Teil. Der schrumpfende jüngere Teil bringt deshalb einen zunehmenden Kostendruck für professionelle Anbieter von Betreuungs- und Pflegeleistungen mit sich. Sie beschränken sich mehr und mehr auf reine Versorgung.

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Vereinsgründung

Der dramatische Wandel der Altersstruktur der Bevölkerung und die daraus resultierenden Probleme des Sozialstaates sind schon Jahrzehnte bekannt. Sie führten praktisch dazu, dass sich professionelle Anbieter der Altenarbeit einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt sehen und dass ihnen bei der Betreuung alter Menschen immer weniger Zeit für den Einzelnen bleibt. So wird vielerorts zwar die gesetzliche Mindestversorgung abgesichert, aber für eine ausführlichere Zuwendung zum alten Menschen fehlt die Zeit.

Der Mensch lebt jedoch nicht nur vom Brot allein. Er hat auch das Bedürfnis nach Kontakt, Zuwendung und Teilnahme am öffentlichen Leben. Er möchte so lange wie möglich seine Selbstständigkeit und Selbstbestimmung bewahren. Das war für uns der Ausgangspunkt unserer Aktivitäten. So wurde zum 3. Dezember 1999 von acht Engagierten in Dresden in der Geschäftsstelle der EEB Sachsen in der Barlachstr. 3 der Verein ALTERnativ - Netzwerk älterwerdender Menschen Sachsen e.V. - gegründet. Gründungsmitglieder waren:

  • Wolfgang Bartel
  • Christine Göbel
  • Erika Henke
  • Dorothea Mendt
  • Sabine Osmayer
  • Ursula Seubert-Küfner
  • Dietrich Streit
  • Andreas Weirauch

In der Satzung wurde die Gemeinnützigkeit des Vereins festgelegt. Der Vereinszweck wurde in folgender Weise formuliert:

  1. Der Verein will vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes ältere Menschen zur Wahrnehmung ihrer Interessen und Möglichkeiten befähigen, das Verständnis zwischen den Generationen fördern und zur Vernetzung der verschiedenen Aktivitäten und Initiativen beitragen (Förderung der Altenarbeit).
  2. Insbesondere gehören zu seinem Tätigkeitsprofil:
    - Befähigen, Beraten und Begleiten von Multiplikatoren für die Arbeit mit Älteren und Älterwerdenden,
    - Schaffen geeigneter Strukturen, durchführen von Projekten und Projektbegleitung,
    - Initiieren, Beraten und Begleiten von Netzwerken,
    - Älteren und alten Menschen in persönlicher und gesellschaftlicher Umwelt Orientierungshilfen geben,
    - Hilfen zur Selbsthilfe, Erhalten der sozialen Kompetenz, Begleiten und Helfen in schwierigen Lebenssituationen,
    - Schaffen von Begegnungsmöglichkeiten auf nationaler und internationaler Ebene,
    - Fördern generationsübergreifender Angebote im Sinne "lebenslangen Lernens".
    Zur Verwirklichung dieser Aufgaben kann der Verein entsprechende Einrichtungen unterhalten bzw. strebt sie an.

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Entwicklung der Seniorenbegleitung in Sachsen als Schwerpunkt der Vereinsarbeit

In den folgenden Jahren verfolgte der Verein vor allem das Ziel, die Entwicklung der Seniorenbegleitung in Sachsen zu fördern. Für Ehrenamtliche, die über Kraft, Zeit und Fähigkeiten verfügen, Senioren in ihrem Alltag zu begleiten und zu unterstützen, wurde in Zusammenarbeit mit der EEB ein Weiterbildungsprogramm entwickelt, das Interessierte auf diese Tätigkeit vorbereitet. Im Herbst 2003 konnte mit 14 Teilnehmern ein erster Kurs Seniorenbegleitung in Pirna durchgeführt werden. Er wurde vom Landkreis Pirna gefördert. Weitere Kurse in Pirna, Dresden, Radebeul, Johanngeorgenstadt, Chemnitz und Leipzig folgten.

Einige der KursabsolventInnen haben ihre Tätigkeit als SeniorenbegleiterIn zu ihrem Beruf gemacht.

Der Verein ALTERnativ veranstaltet Aufbaukurse und Themenabende, um SeniorenbegleiterInnen in ihrer Arbeit zur Seite zu stehen.

Weiter gelang es dem Verein 2006 in Dresden - gefördert vom Sozialministerium Sachsen - eine Kontaktstelle für Seniorenbegleitung einzurichten. 2009 folgte die Eröffnung einer Kontaktstelle in Pirna, die von der Stadt Pirna gefördert wird.

2007 bot die Privatdozentur für Angewandte Informatik an der TU Dresden unserem Verein an, ein Internetportal zur Vermittlung von SeniorenbegleiterInnen für und mit uns zu entwickeln. Das Ergebnis dieser Entwicklung sehen Sie hier vor sich.

2008 wurde eine Praxisberatungsgruppe gegründet, in der SeniorenbegleiterInnen ihre Tätigkeit reflektieren und entstandene Konflikte bearbeiten können.

Seit Dezember 2008 ist der Verein berechtigt im Bereich " niedrigschwelliger Angebote " Leistungen zu erbringen und bei den Krankenkassen abzurechnen. SeniorenbegleiterInnen, die vom Verein für diesen Tätigkeitsbereich ausgewählt wurden, können unter dem Dach des Vereins in diesem Bereich tätig werden.

Seit September 2009 ist der Verein ALTERnativ Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Sachsen e.V. Er gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege, die bundesweit für ein gerechteres Miteinander wirken. Im PARITÄTISCHEN Sachsen finden sich über 470 eigenständige Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen der Wohlfahrtspflege zusammen, die im sozialen Bereich Hilfe für andere oder auch zur Selbsthilfe leisten.

Unser Verein sucht nach Kooperationspartnern und freut sich über jeden, der aktiv bei uns mitarbeitet.

Ein dauerhaftes Problem war und ist die Finanzierung der Vereinsarbeit. In der Dresdner Kontaktstelle fehlen uns derzeit die Personalkosten für eine(n) KontaktstellenleiterIn. Ebenso gestaltet sich auch die Finanzierung der Kurse immer schwieriger. So sind wir auf Spenden, die unserer Arbeit zugute kommen, angewiesen und allen Sponsoren sehr dankbar.

Konto-Nr.: 16 23560 011

bei LKG Sachsen, BLZ: 350 601 90

Spendenbescheinigungen werden ausgestellt.

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*) Das durchschnittliche tatsächliche Renteneintrittsalter ist das Alter zu dem die Arbeitnehmer durchschnittlich - in der Regel unter Abzügen - tatsächlich in Rente gehen, z.B. weil sie der Arbeit nicht mehr gewachsen sind. Dieses tatsächliche Renteneintrittsalter liegt sehr viel niedriger als das vieldiskutierte gesetzliche Renteneintrittsalter, das sukzessive auf 67 Jahre angehoben wird.

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